Florian hat eine Lebensversicherung. Sterben wird er trotzdem. Und dann?

Versicherungen sind wichtig. Jeder weiss das. Wir sichern uns gerne ab. Doch kann es sein, dass wir dabei gerne vergessen, was man mit einer Versicherung nicht absichern kann?

Florian hat eine Lebensversicherung abgeschlossen. Der Name ist dabei irreführend – denn sein Leben kann er damit nicht absichern. Er kann lediglich dafür sorgen, dass nach seinem Ableben seine Partnerin bzw. seine Hinterbliebenen nicht ganz mit leeren Händen dastehen.

So stellt sich also die Frage, was nach der Lebensversicherung für Florian kommt.

Du lässt den Menschen zum Staub zurückkehren und sprichst: Kehrt zurück, ihr Menschenkinder!

Psalm 90, 3

In abgewandelter Form sind uns diese Worte nicht fremd: Bei Beerdigungen sprechen wir sie vielleicht sogar mit: "Asche zu Asche und Staub zu Staub."

Bereits am Anfang der Bibel wird uns berichtet: "Da bildete Gott, der HERR, den Menschen, [aus] Staub vom Erdboden und hauchte in seine Nase Atem des Lebens; so wurde der Mensch eine lebende Seele." (1. Mose 2, 7) 

Der Gedanke, dass die Seele ein vom Körper getrennter Teil des Menschen ist, der weiterlebt, sobald ein Mensch stirbt, ist sehr weit verbreitet. Dieser Gedanke ist aber in keiner Weise biblisch. Es mag tröstlich erscheinen, den Hinterbliebenen zu erzählen, dass Florian aufgrund seiner Lebensversicherung und eines guten Lebens jetzt vom Himmel aus wacht, doch als Leser der Bibel glauben wir das nicht.

Die Bibel ist klar: Eine Lebensversicherung schützt nicht vor dem Sterben.

Denn der Scheol preist dich nicht, der Tod lobsingt dir [nicht]; die in die Grube hinabgefahren sind, hoffen nicht auf deine Treue. Der Lebende, der Lebende, der preist dich, wie heute ich: der Vater erzählt den Kindern von deiner Treue.

Jesaja 38, 18+19

Die Wörter, die in modernen Übersetzungen mit Hölle übersetzt werden, sind im Neuen Testament häufig "Hades" (griechisch) und im Alten Testament "Scheol" (hebräisch). Beide meinen jedoch entgegen der weit verbreiteten Annahme weder ein Totenreich an dem "lebendige Tote" gequält werden, noch ein Ort an dem umherschwirrende Seelen verwahrt sind. Für weitere Gedanken zur "Hölle", siehe hier.

Der Tod als Schlaf bezeichnet ein Warten ohne Zeitgefühl. Der Tote wartet ohne Bewusstsein darauf, dass Jesus wiederkommt. Die Wiederkunft Christi ist für uns Christen ein ganz zentrales Element. Nachdem Jesus auf dieser Erde gelebt, gestorben, auferstanden und zurück in den Himmel aufgefahren ist, hat er versprochen, wieder zu kommen und uns zu sich zu holen. Was ein bisschen wie ein Science-Fiction-Film klingt, gehört zum Grundton der Bibel:

Denn der Herr selbst wird beim Befehlsruf, bei der Stimme eines Erzengels und bei [dem Schall] der Posaune Gottes herabkommen vom Himmel, und die Toten in Christus werden zuerst auferstehen; danach werden wir, die Lebenden, die übrigbleiben, zugleich mit ihnen entrückt werden in Wolken dem Herrn entgegen in die Luft; und so werden wir allezeit beim Herrn sein.

1. Thessalonicher 4, 16+17

Florian ist noch am Leben. Es wäre gut, wenn er sich noch mehr Gedanken über das Leben und Sterben macht.

Als Siebenten Tags Adventisten glauben auch wir an ein Wiedersehen mit Christus für diejenigen, die in der Hoffnung auf dieses Wiedersehen gestorben sind bzw. darauf gewartet haben. Dieser Glaube ist die wahre Lebensversicherung.

Wie denken Sie über die Lebensversicherung?